<Eine
Meldung aus Buenos Aires>
zu Anna Saekis 20. Jubiläum als Tangosängerin
In
Ihrem letzten Interview haben Sie gesagt, dass Sie zu Ihrem
20jährigen Jubiläum eine Aufnahme im Ausland, wenn
irgend möglich in Buenos Aires, machen möchten. Ist
es nicht großartig, dass dieser Traum wahr wurde?
ANNA : Ja, das habe ich mir so sehr gewünscht.
Es war wirklich aufregend! Ich habe gespürt, dass es sehr
wichtig ist Träume und Hoffnungen zu bewahren und sie lebendig
zu erhalten.
Wie war die Stimmung bei den Aufnahmen für die CD?
ANNA : Es hat mich schon ein bisschen
nervös gemacht, mit solchen prominenten Größen
der Tangowelt zu arbeiten.Aber sie haben mich mit Warmherzigkeit
aufgenommen und mir gesagt, dass sie sich auf die Zusammenarbeit
mit mir freuen. Das hat mich sehr glücklich gemacht. Wir
haben in Buenos Aires Aufnahmen mit 2 verschiedenen Orchestern
in einer sehr freundschaftlichen und entspannten Athmosphäre
gemacht. Doch bei der Arbeit spürte ich auch die Inspiration
und Konzentration der Musiker. Am Ende jeder Session fragten
sie mich, ob mir die Interpretationen gefallen haben. Sie haben
mich unterstützt und gestützt. Das hat mich tief beeindruckt
und es gab mir Kraft mein Bestes zu geben. Sie machten mir Komplimente
über meine , wie sie es nannten, kristallklare Stimme.
Dies sei für sie erfrischend neu, da die meisten Tangosängerinnen
eher mit einen rauen Stimme sängen. Horacio Ferrer, der
die Texte für die Piazzolla-Stücke geschrieben hat,
sagte zu mir,“Ihre Stimme ist wie ein Parfum“, das
machte mich ein bisschen verlegen..Mein Wiedersehen mit dem
großen Leopoldo Federico nach 18 Jahren war für mich
sensationell. Dieses Mal spielte er für mich ein Bandoneonsolo
ein. Die Aufnahmen für diese CDs waren und sind für
mich eine unvergessliche Erfahrung. Ich habe diese Aufnahmen
zu meinem 20. Jubiläum mit aller Hingabe und meinen tiefsten
Gefühlen für den Tango gemacht.
Wann waren Sie zum ersten Mal in Buenos Aires? Erzählen
Sie uns etwas von damals...
ANNA : Das war genau vor 18 Jahren, im
Juni 1988, dem Winteranfang in Buenos Aires...
Die 30 Stunden lange Anreise aus Japan hatte mich sehr erschöpft,
trotzdem erinnere ich mich daran, als sei es gestern gewesen.
Bei meiner Ankunft auf dem Flughafen von Buenos Aires haben
mich Leopoldo Federico und einige Tänzer, mit denen ichschon
in Japan zusammengearbeitet hatte, mit einem Strauss gelber
Rosen empfangen. (Mein Debut Chanson hieß „Der Tango
der gelben Rosen“). Ich war dermaßen berührt,
dass meine Müdigkeit sofort verflogen war.
Während meines 2 wöchigen Aufenthaltes war ich sehr
aktiv.Zusätzlich zu den Aufnahmearbeiten für mein
2. Album hatte ich diverse Fernseh- und Radioauftritte und gab
Zeitungsinterviews.Ich wurde daraufhin sogar von vielen Argentiniern
auf der Straße angesprochen. Alles in Allem wurde ich
während dieser Zeit zu 3 Fernseh- und zu 10 Radioshows
eingeladen. Außerdem hatte ich einen Gastauftritt im „Casa
Blanca“, dem damaligen Auftrittsort von Leopoldo Federico.
Ich habe wirklich sehr schöne Erinnerungen an Buenos Aires.
Welchen Eindruck haben Sie von Buenos Aires 18 Jahre später?
ANNA : Also, natürlich hatte ich
nostalgische Gefühle, das hatte ich auch erwartet. Die
Stadt hat sich in einigen Bereichen verändert, in anderen
nicht. Die Athmosphäre ist für mich die Gleiche geblieben.
Es war eine Mischung aus Wiederentdeckungen von Altem, Nostalgischem
und neuen Begegnungen. Ich bin angenehm überrascht, dass
die Tangokultur einerseites erhalten wird, andererseits sich
der Tango gleichzeitig weiterentwickelt. Die Menschen in dieser
Stadt haben mir ihre Bewunderung entgegen gebracht, mir, einer
Japanerin, die den Tango liebt und den Tango singt. Das hat
mich auf meinem künstlerischen Weg bestärkt und ermutigt.
Sie feiern bald Ihr 20. Jubiläum als Tangosängerin
und Sie haben die Geburtsstadt des Tango besucht,Welche Träume
möchten Sie zu Ihrem 21. Jubiläum verwirklichen?
ANNA : Also, einer meiner großen
Träume wird bald wahr werden...Jedes Jahr im Februar findet
ein großes Tangofestival in Buenos Aires statt, und ich
werde im nächsten Februar dort auftreten. Außerdem
wird mein neues Album von einer argentinischen Plattenfirma
in Argentinien veröffentlicht. Dann hoffe ich, dass meine
CD in Frankreich, Deutschland den USA etc., also auf dem internationalen
Markt, herauskommt. Ich möchte in verschiedenen Ländern
Konzerte geben. Durch den Tango undmit meinem Gesang möchte
ich eine Vermittlerrolle zwischen Menschen und Nationen einnehmen.
Ich möchte weiter an meinen Träumen festhalten und
an ihrer Verwirklichung arbeiten.
Das heißt für uns, dranbleiben und sehen was
noch alles passiert! Können Sie abschließend noch
ein kurzes Wort an Ihre Fans richten?
ANNA : Ich möchte mich besonders
für ihre liebevolle Unterstützung bedanken Ohne diesen
Zuspruch wäre ich nicht da, wo ich heute stehe. Ich will
all meine Energie in meine Konzerte zum 20. Jubiläum geben,
und ich hoffe, dass ich mit meinen Liedern meine Dankbarkeit
zeigen kann. Ich hoffe, Sie auf allen meinen Konzerten wiederzusehen.